Jura und ich - eine Beziehungskrise
Warum sollte man überhaupt Jura studieren?
Das machen sowieso nur Schnösel, Kinder reicher Eltern oder Spießer. Leute, die zu viel Suits geschaut haben und jetzt unbedingt Großkanzlei-Anwalt werden wollen und ungefähr eine Million pro Monat verdienen. Also wie passe ich da rein?
Ich will gar nicht so tun, als wäre das Klischee so unwahr. Es gibt auf jeden Fall einige Leute in unserem Studiengang, die genau diesem Typus entsprechen. Aber es gibt auch andere. Gerade weil unser Studiengang so spießig sein kann, sollten wir, also alle, die sich damit nicht identifizieren können, es trotzdem machen. Gerade weil nicht jeder reinpasst, müssen wir uns eine Ecke schaffen, in die wir passen.
Es geht also um das typische Problem: Soll ich mich anpassen um reinzupassen?
Am Anfang, vor allem in den ersten Semestern, war es sehr schwierig für mich. Ich studiere in einer kleinen Stadt, die sowieso schon eher konservativ ist. Dazu noch Jura, wo viele auch schon konservativ sind und viele, die es nicht sind, sich schnell anstecken lassen. Vor allem in den ersten Semestern nimmt der Anteil an Bootsschuhen und Pullis über dem Hemd gefühlt exponentiell zu. Die Verlockung, einfach mitzumachen um dazuzugehören, ist groß. Dass man nach dem Umzug in eine neue Stadt sowieso niemanden kennt, dem es ähnlich geht wie einem selbst, macht es auch nicht besser. Man fühlt sich irgendwie allein und der einfachste Weg, sich zu verstellen um dazuzugehören, liegt direkt vor einem.
Ich bin froh, dass ich diesen Weg nicht gegangen bin. Bis heute habe ich nur wenige Freunde in meinem Studiengang gefunden, denen es genauso geht wie mir. Ich habe viele beobachtet, die sich einfach angepasst haben. Ich weiß nicht, ob sie dadurch glücklicher geworden sind. Ich wäre es nicht geworden.
Ich hatte oft das Gefühl, dass mein Interesse an Jura nicht zum Rest meines Charakters passt. Umso deutlicher wurde mir dieses Gefühl vor Augen geführt, als ich gesehen habe, wer sonst so mit mir studiert. Es gab einige, die dort nicht reingepasst haben. Leider haben die meisten davon auch nach einem Semester das Fach gewechselt. Immer mehr hatte ich das Gefühl, dass Jura und der Rest von mir nicht zusammenpassen und ich deshalb auch nicht zu den anderen Juristen passen würde.
Heute weiß ich aber, dass ich nicht allein bin. Es gibt vielleicht nicht viele, denen es so geht. Vielleicht fällt es anderen aber auch einfach schwer, es zuzugeben. Ich weiß es nicht. Was ich gelernt habe, ist dass Jura und ich nicht zusammenpassen müssen, damit ich es mögen kann. Ich passe nicht in das Jura-Klischee und kann trotzdem Jura mögen! Es ist okay, wenn man Sachen mag, die nicht zueinander passen. Das müssen sie auch nicht. Der Charakter von keiner Person ist so eintönig. Jeder hat verschiedene Interessen und Vorlieben und es ist okay, wenn die sich auf den ersten Blick widersprechen. Das bedeutet nur, dass der Charakter verschiedene Facetten hat! Eine Person ist ja auch viel interessanter, wenn man sie nicht gleich in eine Schublade stecken kann.
Jura und ich passen nicht zusammen und dadurch mag ich es noch viel lieber!
Das machen sowieso nur Schnösel, Kinder reicher Eltern oder Spießer. Leute, die zu viel Suits geschaut haben und jetzt unbedingt Großkanzlei-Anwalt werden wollen und ungefähr eine Million pro Monat verdienen. Also wie passe ich da rein?
Ich will gar nicht so tun, als wäre das Klischee so unwahr. Es gibt auf jeden Fall einige Leute in unserem Studiengang, die genau diesem Typus entsprechen. Aber es gibt auch andere. Gerade weil unser Studiengang so spießig sein kann, sollten wir, also alle, die sich damit nicht identifizieren können, es trotzdem machen. Gerade weil nicht jeder reinpasst, müssen wir uns eine Ecke schaffen, in die wir passen.
Es geht also um das typische Problem: Soll ich mich anpassen um reinzupassen?
Am Anfang, vor allem in den ersten Semestern, war es sehr schwierig für mich. Ich studiere in einer kleinen Stadt, die sowieso schon eher konservativ ist. Dazu noch Jura, wo viele auch schon konservativ sind und viele, die es nicht sind, sich schnell anstecken lassen. Vor allem in den ersten Semestern nimmt der Anteil an Bootsschuhen und Pullis über dem Hemd gefühlt exponentiell zu. Die Verlockung, einfach mitzumachen um dazuzugehören, ist groß. Dass man nach dem Umzug in eine neue Stadt sowieso niemanden kennt, dem es ähnlich geht wie einem selbst, macht es auch nicht besser. Man fühlt sich irgendwie allein und der einfachste Weg, sich zu verstellen um dazuzugehören, liegt direkt vor einem.
Ich bin froh, dass ich diesen Weg nicht gegangen bin. Bis heute habe ich nur wenige Freunde in meinem Studiengang gefunden, denen es genauso geht wie mir. Ich habe viele beobachtet, die sich einfach angepasst haben. Ich weiß nicht, ob sie dadurch glücklicher geworden sind. Ich wäre es nicht geworden.
Ich hatte oft das Gefühl, dass mein Interesse an Jura nicht zum Rest meines Charakters passt. Umso deutlicher wurde mir dieses Gefühl vor Augen geführt, als ich gesehen habe, wer sonst so mit mir studiert. Es gab einige, die dort nicht reingepasst haben. Leider haben die meisten davon auch nach einem Semester das Fach gewechselt. Immer mehr hatte ich das Gefühl, dass Jura und der Rest von mir nicht zusammenpassen und ich deshalb auch nicht zu den anderen Juristen passen würde.
Heute weiß ich aber, dass ich nicht allein bin. Es gibt vielleicht nicht viele, denen es so geht. Vielleicht fällt es anderen aber auch einfach schwer, es zuzugeben. Ich weiß es nicht. Was ich gelernt habe, ist dass Jura und ich nicht zusammenpassen müssen, damit ich es mögen kann. Ich passe nicht in das Jura-Klischee und kann trotzdem Jura mögen! Es ist okay, wenn man Sachen mag, die nicht zueinander passen. Das müssen sie auch nicht. Der Charakter von keiner Person ist so eintönig. Jeder hat verschiedene Interessen und Vorlieben und es ist okay, wenn die sich auf den ersten Blick widersprechen. Das bedeutet nur, dass der Charakter verschiedene Facetten hat! Eine Person ist ja auch viel interessanter, wenn man sie nicht gleich in eine Schublade stecken kann.
Jura und ich passen nicht zusammen und dadurch mag ich es noch viel lieber!
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